Freitag, 28. September 2007

das Ende....

Nachdem ich am Sonntag meiner Mentorin Emma erzählt habe, dass ich gerne nach Hause wuerde, hat sich in meinem wöchentlichen Alltag einiges geändert!
Am darauf folgendem Montag habe ich den gesamten Tag in Örnsköldsvik verbracht...ich hatte vormittags ganz normal Unterricht und habe dann den Nachmittag mit Monica verbracht. Wir schlenderten durch die Gegend, versuchten irgendwie die Zeit tot zuschlagen, um uns dann am späten Nachmittag wie verabredet mit Torbjörn zu treffen. Er hatte uns zu sich eingeladen...Als wir in seinem Appartment ankamen und er die Tuer öffnete, betraten wir ein Reich, in dem Kunstblumen, kitschige Trollfiguren und unzählige Fanartikel von der hiesigen Hockeymannschaft dominierten...ich traute meinen Augen nicht und muss zugeben, dass ich froh war, als die Uhr halb sieben schlug und wir uns auf den Weg zur Sporthalle machten, in der ich Volleyball spielen wollte.
Das Volleyballspielen war in etwa wie die Woche zuvor mit der kleinen Ausnahme, dass ein Spieler der gegnerischen Mannschaft beim Blocken in mich gesprungen ist, ich umgeknickt bin und ein unangenehmes Knacken verspuehrt habe...war aber halb so schlimm und ich habe weiter gespielt.
Am Dienstag bin ich dann mit meiner zweiten Mentorin Margaret in die Stadt gefahren und sie hat mir ihre Lieblingsläden gezeigt. Anschliessend haben wir ihre Kinder vom Kindergarten abgeholt und ich wurde ausgiebig zum Spielen aufgefordert...ich trank selbstgekochte, imaginäre Schokolade und war zeitweise als Ärztin tätig. Es war ein wirklich gelungener Tag und als krönenden Abschluss habe ich dann auch noch meinen zweiten Elch gesehen!
Am Tag darauf begleitete ich Emma bei ihrer Arbeit als Schmiedin...wirklich sehr interressant!
Dieses Wochenende verbringe ich in Sundsvall...wir repräsentieren auf einer Messe Kerstins Udde, d.h. wir fordern Menschen, die es wagen in unsere Richtung zu gucken, dazu auf, bei einem Gewinnspiel mitzumachen, um so möglichst viele e-mail Adressen zu sammeln, zu denen dann später ordentlich Info-post geschickt werden kann...gewitzt...

Donnerstag, 20. September 2007

Svampdag

Heute waren wir alle, bis auf Burhan, der mit einer plötzlich angeschwollen Wange zu kämpfen hat, mit den Schuelern der Grundschule Pilze sammeln.
Nach einer kurzen, anschaulichen Einfuehrung von zwei Pilzexperten machten wir uns auf den Weg zu einer, wie ich finde sehr idyllischen Stelle im Wald und begannen mit grossem Eifer nach Pilzen Ausschau zu halten...ich fand drei,noch vom nächtlichen Frost gefrorene, sehr anschauliche Exemplare! Und sie waren nicht essbar...konnte sie also getrost wegwerfen! Naja, die Kinder waren irgendwie erfolgreicher und so kam es dazu, dass wir anschliessend ueber dem Feuer eine Menge an zuvor geputzten und sorgfältig ausgewählten Pilzen zubereiten konnten, um sie dann auf Knäckebrot verzehren zu können. Wirklich lecker!

Mittwoch, 19. September 2007

Volleyball

Vorab ein grosses Dankeschön an die Hagener, ohne die mir diese Tuer nicht öffen gestanden hätte...natuerlich musste ich zunächst ein wenig lachen, als Isabell, die Mentotin von Yasser mich gefragt hatte, ob ich nicht Lust hätte sie und ihren Mann am Montagabend zum Volleyball zu begleiten...ich und Volleyball, dass kann ja was werden! Naja, ohne weiter darueber nachzudenken sagte ich zu und war auch insgeheim froh,mal wieder etwas Sport zu treiben.
Am besagten Montag berichtete mir dann Monica, die zuvor mit Isabell zu Mittag gegessen hatte, dass es sich um eine Art "competetion" handele. Nun war ich aufgeregt! Das hatte ich nicht erwartet. Ich hatte Angst, mich mit meinem doch nicht ganz so ausgepfeiltem Können zu blamieren oder wohlmöglich auf Grund meines eventuell zuvor vorgefuehrten Nichtskönnens gar nicht in die Mannschaft aufgestellt zu werden...Gedanken ueber Gedanken...gegen halb sieben wurde ich dann abgeholt und wir machten uns sibzig Kilometer auf den Weg um Volleyball zu spielen!
Dort angekommen schwoll meine zuvor so hervorragend verdrängte Angst bei Betreten der Umkleidekabine an, in der ein mächtiges Getöse aus der Halle zu vernehmen war.
Todesmutig machte ich mich dann, nach einem längerem Auenthalt auf der Toilette, auf den Weg die Treppe herunter in die Sporthalle und wie fast immer stellte sich herraus, dass meine Angst völlig unbegruendet war. Es handelte sich um mehrere Spielfelder, auf denen wahllos zusammengestellte Teams gegeneinander spielten. Die Leute treffen sich einfach und spielen gegeneinander...und ich war mittendrin! Und es war ueberhaupt nicht schlimm! Ich hatte Spass!
Und jetzt werde ich jeden Montag drei Stunden lang Volleyball spielen...

...

Jaja, die letzten Tage waren unheimlich schwer fuer mich! Nach der ganzen Euphorie auf Grund Stockholms geriet ich in ein grosses Tief und ich glaubte nicht mehr den rettenden Strick zu finden, um mich herraus zu ziehen...ich gab mich auf!
Ich plante die Bekanntgabe meines Abbruchs und sammelte ein bisschen Hoffnung in der Gewissheit wieder nach Hause zu kommen, ich wachte jeden Morgen mit dem Gefuehl auf, mich uebergeben zu muessen...und nun sitze ich noch immer hier, die Möglichkeit nach Hause zu gehen zwar noch als sichernden Guertel um mich gebunden, aber mit dem Vorhaben meinen Ängsten und Problemen so lange wie möglich stand zu halten und diese Zeit als eine Chance zu nutzen zu mir selber zu finden!
Ausschlaggebend fuer diese Meinungsänderung war ein sehr ergreifendes Gespräch mit meiner Mitbewohnerin Monica und natuerlich etliche Unterhaltungen mit meinen Eltern, die immer fuer mich da sind und ohne die ich niemals sein möchte...
ich habe zwar noch immer Zeiten, in denen sich mir der Magen umdreht, doch bin ich schon etwas gefasster...ich versuche mir hier einen Alltag mit möglichst viel Beschäftigung aufzubauen...gehe jeden Montag zum Schwimmen und dann anschliessend drei Stunden zum Volleyball...gehe zwei Mal die Woche zum verpönten Aerrobic und vielleicht finde ich noch etwas...

glaubt es oder nicht

Be- bzw. Sonderheiten in Schweden:
-"Snus":Zigarettenersatz,hier sehr verbreitet, man steckt sich ein "Säckchen" Tabak unter die Oberlippe
-Schueler bekommen um die 150 Euro, dafuer, dass sie zur Schule gehen...eine Art Motivation...ich glaube ja, dass die hohen Preise fuer Klamotten daraus resultieren, da der Staat natuerlich weiss, wie Jugendliche ihr Geld ausgeben und durch uebermässige Versteuerung dieser Artikel ihr Geld wieder bekommen!Schlitzohren sind das!
-gesuesstes Brot
-gesalzene Butter
-ekelhafter Kaffee...ich habe mir angewöhnt ihn mit Zucker und Milch zu trinken, denn anders ist er wirlich unausstehlich...es handelt sich um in Wasser löslichen Kaffee!
-Elchjagd! Jeder Schwede macht sich im Herbst auf in den Wald und versucht einen Elch zu schiessen-furchtbar!
-unglaublich viel "Essensferien"-Feiertage um einfach mal wieder zu essen
-Lehrer werden gedutst und beim Vornamen angesprochen
-schwedische Jugendliche sind sowas von unverschämt und unhöflich-einfach schrecklich!

Freitag, 14. September 2007

Stockholm

Vom 11.09. bis zum 14.09.,das heisst heute,hatte ich mein "onarrival-training" in Lidingö, welches etwa fuehnfzehn Minuten von Stochholm entfernt liegt.
Und im Vorraus: Es war einfach fantastisch!
Am Montag gegen zehn Uhr abends fuhr das Taxi, dass heisst vielmehr die Limosine, an unserem Appartment vor und wir machten uns daran unser Gepäck im Kofferraum zu verstauen.
Und dann begann unsere Reise...wir fuhren etwa eine Stunde durch die Dunkelheit, bis wir den Bahnhof von Mellansel erreichten.
Von dort aus fuhren wir weiter mit dem Nachtzug nach Stockholm. Wir teilten uns ein Schlafabteil mit drei weiteren Personen und nach einer sehr stickigen und nicht besonders comfortablen Nacht, erreichten wir mit einer halben Stunde Verspätung gegen acht Uhr morgens den Hauptbahnhof von Stockholm.
Dort angekommen machten wir uns auf den Weg zur "subway station" um dann weiter nach Lidingö zu fahren.
Wir waren die ersten Freiwilligen und ruhten uns, nachdem wir eingecheckt hatten, in unseren Zimmern ein wenig aus.
Nach dem Mittagessen begann dann unser Kurs und wir trafen auf die uebrigen Freiwilligen...eine kunterbunte Truppe von zwanzig Personen aus vierzehn verschiedenen Ländern-wirklich wunderbar!
Den ersten Tag verbrachten wir mit Kennenlernspielen...am darauffolgenden Tag machten wir Stockholm , eine ganz entzueckende Stadt,unsicher. Ich genoss die vielen Menschen, all die Hektik und die Geräusche- das, was wir in Trehörningsjö halt nicht haben...
Dann,am nächsten Tag hatten wir unser "highrope-training".Ja,ja, wir waren hoch in den Bäumen, kletterten und balancierten auf Drahtseilen! Man musste schon ein wenig ueber seinen Schatten springen, aber im Nachhinein war es wirklich witzig!
Am letzten Tag, haben wir ueber das Jahr an sich gesprochen-was auf uns zukommen kann, was wir machen können, wenn wir Probleme haben-was mich wirklich sehr beruhigt hat und mir auch ein wenig Hoffnung gemacht hat- und so weiter...
Zusammenfassend kann mal also sagen, dass diese vier Tage wohl meine bisher schönste Zeit hier in Schweden waren!! Ich habe ganz wunderbare Menschen kennen gelernt, Erfahrungen austauschen können und bin mir und meinem Problem etwas näher gekommen! Aber dazu ein anderes Mal, denn das ist eine andere Geschichte...(Bilder findet ihr auf meiner myspace-Seite...)

Montag, 10. September 2007

fitness-eine ganz neue Erfahrung

Von Langeweile begleitet fing ich immer mehr an diese ganze Idee mit dem Auslandsaufenthalt zu verfluchen und vergrub mich in meine Gedankenwelt, in der ich alle Orte und Begebenheiten meines Zuhauses, die ich ganz besonders zu vermissen glaubte, nochmal besuchte bzw. erlebte.
Ich kapselte mich immer mehr von meinen Mitbewohnern ab, ging zeitig zu Bett und sprach eine Woche fast kein Wort.
Ich begann die Tage zu zählen, bis es angemessen ist, meinen Abbruch dieses Projektes bekannt zugeben und spielte die Szene mehrmals durch...
Dann, an einem Donnerstag, ich war gerade bei einem sehr zermurbendem Badmintonspiel mit eienem sechsjährigem Gegner-neben mir tanzte das Laub im Wind-als die Direktorin der Schule, eine ganz niedliche Frau mit pinken Extensions im Haar, auf mich zu kam , ihre Arme auf meine Schultern legte und mich herzlich zum abendlichen Fitness einlud. Ich nahm dankend an.
Einige Minuten vor sieben am selbigen Tag nahm ich meine Wasserflasche und machte mich auf den Weg zur Turnhalle der Grundschule, in der das Spektakel stattfinden sollte.
Auf der Hälfte des Weges dachte ich ans Umdrehen, biss aber die Zähne zusammen und stellte mich der Herrausforderung. Ich hatte keine Vorstellung, was da auf mich zukommen sollte und bin im nachhinein positiv ueberrascht!
Angekommen in der Turnhalle kam Ulla lachend auf mich zu und drueckte mir einen "Stepper" in die Hand. Sie zeigte mir, wo ich ihn zu platzieren hatte-direkt gegenueber von ihr, da sie die Gruppe leitet und "vorsteppt".
Wenige Minuten darauf kamen auch schon, unter lautem Geschnatter, die anderen Teilnehmer; zwei nette Damen um die fuenfzig.
Und dann ging es auch los. Wir steppten, dehnten und boxten was das Zeug hielt zu poppiger Musik.
Es war wirklich witzig und ich muss zugeben, dass ich echt ziemlich schlecht bin, was das Takthalten angeht, aber was soll`s. Es war das erste Mal seit langen, dass ich wieder Gluecksgefuehle verspuehrte!
Und von nun an gehe ich jeden Donnerstag und Sonntag zum Finesskurs in der Turnhalle der Grundschule...!

Mittwoch, 5. September 2007



Yasser

lina

ein blick
ein gedanke
plötzlich
druck an deiner seite
zärtlich,aber bestimmt bohrt sich etwas kaltes unter deinen arm
wärme
das verlangen nach liebe und zuneigung lässt sie dich spueren
fuer sie zählt in diesem augenblick nichts anderes

Sonntag, 2. September 2007

Golf

Am Donnerstag war ich zum ersten mal in der hiesigen Grundschule, um dort zu arbeiten, dass heisst zum einen den Lehrern ein wenig unter die Arme zu greifen und zum anderen ,und das ist der eigentliche Aspekt bzw. Grund unseres Aufenthaltes dort, um Spass zu haben!
Es ist fuer uns eine witklich klasse Möglichkeit der Sprache und gleichzeitig den juengsten Vertretern dieser etwas näher zu kommen...!
Mein erster Tag begann damit, dass Burhan und ich einer zwölfmann starken Besatzung von sechs bis acht jährigen Schweden vorgestellt wurden, die uns fuer etwa fuenf Minuten staunend begutachtenden um dann wie gewuenscht dem Unterricht weiter zu folgen.
Die Kinder können sich ihr Unterrichtsfach in gewisser Massen selber aussuchen; sie haben zwar einige Vorgaben, doch, wenn dem einen mehr nach Mathe ist,so kann er sich an seine Matheaufgaben setzen. Die Lehrer fuehren die Schueler nicht durch den Unterricht,Frontalunterricht ist hier also ein absolutes Fremdwort, sie leiten Unterstuetzung bei Fragen und Problemen...sehr beeindruckend...
naja, um viertel vor elf gab es dann Mittagessen, fuer mich extra etwas vegetarisches,und anschliessend sind wir dann zum acht Kilometer entfernten Golfplatz gefahren und haben dort erste "Golfschritte" von einem Trainer erklärt bekommen. Und, ihr werdet es kaum glauben, aber mir wurde doch tatsächlich gesagt, ich hätte Talent! Wahnsinn!! Ich bin einfach ein Naturtalent!!:-)
Das war dann auch schon mein erster Arbeitstag in der Grundschule....